Crewmeister ist der Klassiker für die mobile Baustellen-Zeiterfassung im kleinen Handwerksbetrieb: schnell eingeführt, GPS-Stempeln, günstiger Einstieg. Wer neben der reinen Zeiterfassung auch Einsatzplanung, Urlaubsverwaltung und eine Mitarbeiter-App will, bekommt mit Aplano das rundere Gesamtpaket zum vergleichbaren Preis. TimeTac spielt seine Stärken bei Projektzeiten und Auswertungen aus, timr kombiniert Arbeitszeit, Projektzeit und Fahrtenbuch — praktisch für Montagebetriebe. Bauspezifische Komplettlösungen wie 123erfasst lohnen sich vor allem für größere Baubetriebe mit Baulohn und Fotodokumentation.
Branche · Handwerk
Zeiterfassung & Einsatzplanung im Handwerk: Software, Pflichten und Praxis
Handwerksbetriebe ticken planerisch anders als Schichtbetriebe: Kolonnen werden Baustellen zugeordnet, Aufträge verschieben sich mit Witterung und Materiallieferungen, und am Monatsende müssen die Stunden nicht nur fürs Lohnbüro stimmen, sondern auch auf die richtigen Projekte gebucht sein — sonst stimmt keine Nachkalkulation. Die Zeiterfassung muss deshalb mobil aufs Smartphone, idealerweise offlinefähig, denn auf der Baustelle gibt es nicht immer Netz.
Rechtlich steht das Baugewerbe unter besonderer Beobachtung: § 17 MiLoG gilt für alle Beschäftigten, die Finanzkontrolle Schwarzarbeit kontrolliert direkt vor Ort, und der allgemeinverbindliche Bundesrahmentarifvertrag Bau bringt eigene Arbeitszeitkonten-Regeln mit.
Typische Planungs-Herausforderungen
- Projekt- statt Schichtplanung: Geplant wird nach Baustellen, Aufträgen und Kolonnen — der „Dienstplan" ist eine Einsatz- und Ressourcenplanung.
- Mobile Teams ohne festen Arbeitsort: Zeiterfassung muss per Smartphone-App direkt auf der Baustelle funktionieren, auch ohne Netzempfang.
- Witterung und Saison: Schlechtwettertage und die Winterpause erzwingen kurzfristige Umdisposition und Arbeitszeitkonten-Ausgleich.
- Projektzuordnung der Stunden: Ohne saubere Zuordnung zu Aufträgen und Kostenstellen ist keine Nachkalkulation möglich — der Hauptgrund, warum Stundenzettel im Handwerk Geld kosten.
- Fahrzeiten und Auslösen: Anfahrt, Montageeinsätze und Spesen müssen dokumentiert und korrekt vergütet werden.
Rechtliche Besonderheiten
- § 17 MiLoG / § 2a SchwarzArbG: Das Baugewerbe ist Aufzeichnungs-Pflichtbranche — Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit aller Beschäftigten binnen 7 Tagen dokumentieren, 2 Jahre aufbewahren. Die FKS (Zoll) kontrolliert direkt auf Baustellen, inklusive Mitführpflicht von Ausweisen. Details im Ratgeber zur Aufzeichnungspflicht nach § 17 MiLoG.
- Bundesrahmentarifvertrag Bau (BRTV): Allgemeinverbindlich — er regelt die Arbeitszeitflexibilisierung über Arbeitszeitkonten (Sommer-/Winterausgleich) und das Saison-Kurzarbeitergeld.
- SOKA-BAU: Urlaubskassenverfahren und Arbeitszeitkonten-Lösungen; die SOKA-BAU empfiehlt für digitale Zeiterfassung eindeutige, nicht-biometrische Identifikation und Echtzeit-Erfassung von Beginn, Ende und Dauer.
- Branchenmindestlöhne: Nach dem AEntG gelten in vielen Gewerken eigene Mindestlöhne (Bau, Gebäudereinigung, Dachdecker, Elektro, Maler) — oberhalb des gesetzlichen Mindestlohns von 13,90 € (2026).
- Elektronische Zeiterfassungspflicht: Die für 2026 erwartete ArbZG-Novelle trifft Baubetriebe besonders; die geplante Kleinbetriebsausnahme (bis 10 Mitarbeiter) ist für viele Handwerksbetriebe relevant.
Was die Software können muss
- Mobile App-Zeiterfassung je Baustelle: Stempeln per Smartphone, optional mit GPS-Standort — und offlinefähig für Baustellen ohne Empfang.
- Projekt- und Kostenstellenzuordnung: Jede Stunde landet auf dem richtigen Auftrag — Basis für Nachkalkulation und Baulohn.
- Arbeitszeitkonten nach BRTV: Ampel-Logik für den Sommer-/Winterausgleich.
- Kolonnen- und Ressourcenplanung: Wer ist wann auf welcher Baustelle — inklusive Fahrzeugen und Geräten.
- Schlechtwetter-Dokumentation: Ausfallstunden für Saison-KUG sauber erfassen.
- Lohn-Schnittstellen: Export an die Lohnabrechnung oder Baulohn-Spezialisten ohne Abtippen.
- Zollsichere Exporte: MiLoG- und SOKA-BAU-konforme Aufzeichnungen auf Knopfdruck.
Zahlen & Fakten zur Branche
- Das Bauhauptgewerbe beschäftigte 2025 rund 923.000 Menschen; laut Bauindustrie melden 59 % der Bauunternehmen Probleme bei der Stellenbesetzung.
- 2025 fehlten am Bau rund 391.000 Fachkräfte; im Handwerk insgesamt bleiben etwa 250.000 Stellen unbesetzt.
- Rund 19.800 Beschäftigte verlassen die Baubranche jährlich altersbedingt; in den nächsten 5 Jahren stehen etwa 125.000 Betriebsnachfolgen an — Digitalisierung wird zum Wettbewerbsfaktor um Nachwuchs.
- Die geringe Teilzeitquote und der hohe Anteil gewerblicher Vollzeit-Facharbeiter unterscheiden das Handwerk deutlich von anderen Planungsbranchen: Es geht weniger um Schichtgerechtigkeit, mehr um Projektsteuerung und saubere Stunden.
Empfohlene Software für Handwerk
Crewmeister
Der digitale Stundenzettel fürs Handwerk — mit GPS-Stempeln ab ca. 1,50 €.
Aplano
Dienstplanung und Zeiterfassung mit großem Funktionsumfang — für Teams jeder Größe, mit dem günstigsten Per-Seat-Einstieg am Markt.
TimeTac
Flexibel konfigurierbare Zeiterfassung mit RFID-Terminals für Produktion und Filialen.
timr
Mobile Zeiterfassung mit finanzamtskonformem GPS-Fahrtenbuch für Außendienst-Teams.
Häufige Fragen: Handwerk
Welche Zeiterfassung ist die beste für Handwerksbetriebe?
Für die reine Baustellen-Zeiterfassung ist Crewmeister der bewährte Klassiker (mobil, GPS, günstig). Wer zusätzlich Einsatzplanung und Urlaubsverwaltung will, fährt mit Aplano besser; timr punktet mit integriertem Fahrtenbuch für Montagebetriebe. Größere Baubetriebe mit Baulohn schauen auf Speziallösungen wie 123erfasst.
Was muss ein Handwerksbetrieb bei der Arbeitszeit rechtlich beachten?
Das Baugewerbe ist Branche nach § 2a SchwarzArbG: Arbeitszeiten aller Beschäftigten müssen nach § 17 MiLoG binnen 7 Tagen aufgezeichnet und 2 Jahre aufbewahrt werden — der Zoll kontrolliert direkt auf der Baustelle. Dazu kommen der allgemeinverbindliche BRTV mit Arbeitszeitkonten-Regeln, Branchenmindestlöhne nach AEntG und die für 2026 erwartete elektronische Zeiterfassungspflicht.
Ist GPS-Zeiterfassung auf der Baustelle erlaubt?
Ja, mit Augenmaß: Die Standorterfassung beim Ein- und Ausstempeln (Baustellenzuordnung) ist datenschutzrechtlich zulässig, wenn sie transparent kommuniziert wird und kein dauerhaftes Bewegungsprofil entsteht. Die SOKA-BAU empfiehlt für digitale Zeiterfassung eindeutige, nicht-biometrische Identifikation und Echtzeit-Erfassung von Beginn, Ende und Dauer.
Was prüft der Zoll bei einer Baustellenkontrolle?
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) prüft unter anderem, ob alle Anwesenden angemeldet sind, Ausweise mitgeführt werden und die Arbeitszeitaufzeichnungen nach § 17 MiLoG vollständig und fristgerecht vorliegen. Fehlende oder verspätete Aufzeichnungen kosten bis zu 30.000 € Bußgeld; ab 2.500 € droht zusätzlich der Ausschluss von öffentlichen Aufträgen.