Lohnabrechnungs-Software im Vergleich (Stand: 23. Juni 2026). Preise: Einstiegstarif netto pro Mitarbeiter und Monat bei monatlicher Zahlung, soweit
öffentlich angegeben. Alle Angaben ohne Gewähr.
Lohnabrechnung in Deutschland ist ein Compliance-Minenfeld: SV-Meldungen, ELStAM, eAU, Beitragsnachweise, A1-Bescheinigungen. Deshalb rechnet die Mehrheit der KMU nicht selbst ab, sondern über den Steuerberater — der fast immer mit DATEV arbeitet. Die Software-Frage lautet daher meist nicht „Welches Payroll-Tool?", sondern „Selbst abrechnen, auslagern oder Steuerberater — und wie kommen die Stunden dorthin?".
Wir vergleichen die relevanten Wege: DATEV (via Kanzlei), Desktop- und Cloud-Selbstabrechnung (Lexware, Sage), integrierte Plattform-Payroll (Personio) und komplettes Outsourcing (SD Worx).
DATEV dominiert die deutsche Lohnabrechnung strukturell: Über 90 % der Steuerberatungskanzleien arbeiten mit DATEV, monatlich entstehen 14+ Millionen Abrechnungen. Unternehmen rechnen meist nicht selbst ab, sondern über ihren Steuerberater — der mit LODAS (Cloud) oder Lohn und Gehalt (lokal) arbeitet.
Lexware lohn+gehalt ist seit Jahrzehnten die Standard-Desktop-Software für kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe, die ihre Löhne selbst abrechnen: GKV-zertifizierte Entgeltabrechnung mit allen gesetzlichen Meldungen (ELStAM, SV, Beitragsnachweise) und automatischen Updates bei Gesetzesänderungen.
Preis
ab 28,90 €/Monatbasis 28,90 € (bis 50 MA) · plus 39,90 € · pro 68,90 € · premium 86,90 €/Monat (bis 250 MA).
Zielgruppe
Kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe (Selbstabrechner), bis 50/250 MA
Die Cloud-Linie von Lexware (ehem. lexoffice) rechnet Löhne per 3-Schritte-Assistent ab: Vollzeit, Teilzeit, Minijobs und Midijobs, automatische Behörden-Meldungen, automatische Verbuchung in der integrierten Buchhaltung — alternativ mit Datenfreigabe an den Steuerberater.
Preis
ab ~4,78 €/MAPreis nach Mitarbeiterzahl, z. B. 5 MA = 23,90 €/Monat; voller Funktionsumfang, Support inklusive.
Zielgruppe
Gründer, Selbstständige, Kleinstunternehmen bis ca. 50 MA
Test/Gratis
Testphase verfügbar
Bewertungen
keine verlässlichen Daten
Stärken
Extrem niedrige Einstiegshürde — Lohn per Assistent in Minuten
Buchhaltung und Lohn integriert, automatische Verbuchung
Wahlweise Selbstabrechnung oder Übergabe an den Steuerberater
Schwächen
Begrenzte Tiefe: keine komplexen Fälle (Baulohn, Tarifwerke, Schichtzuschlags-Komplexität)
Sage deckt als einziger klassischer Anbieter alles ab: Sage Payroll (Cloud) für kleine Selbstabrechner ab ca. 20 €/Monat, die Sage HR Suite für komplexe Fälle wie Baulohn und ein komplettes Payroll-Outsourcing — gesetzliche Meldungen automatisch inklusive.
Preis
ab ~20 €/MonatSage Payroll ab ~20 €/Monat bis 5 MA, je weiterer MA 3–7 €; HR Suite individuell.
Zielgruppe
Kleine Unternehmen (Cloud) bis Mittelstand (HR Suite/Outsourcing)
Test/Gratis
Testphasen verfügbar
Bewertungen
keine verlässlichen Daten
Stärken
Skaliert vom Kleinstbetrieb bis zum Mittelstand mit Spezialfällen (Baulohn)
Günstiger Cloud-Einstieg, faires Preisniveau
Einziger Anbieter mit Self-Service bis Full-Outsourcing unter einer Marke
SD Worx ist einer der größten Payroll-Dienstleister Europas und übernimmt die Lohnabrechnung komplett im Outsourcing-Modell: Datenerfassung, Abrechnung und Meldewesen mit festen Service-Leveln — vom KMU-Paket (ab 5,99 €/MA/Monat plus Setup) bis zur internationalen Konzern-Payroll.
Preis
ab 5,99 €/MAPlus einmalige Implementierung 2.999–9.999 € je nach Größe; Enterprise individuell.
Zielgruppe
KMU bis internationale Konzerne, die Lohn auslagern wollen
Test/Gratis
keine Angabe
Bewertungen
keine verlässlichen Daten
Stärken
Compliance-Verantwortung liegt komplett beim Dienstleister
Vertretungssicherheit — kein Risiko bei Personalausfall im Lohnbüro
Internationale Payroll aus einer Hand
Schwächen
Hohe einmalige Setup-Kosten (ab ~3.000 €)
Für Kleinstbetriebe überdimensioniert
Weniger Self-Service und Transparenz als Software-Lösungen
Personio Payroll ist eine ITSG-zertifizierte, in die Personio-Plattform integrierte Lohnabrechnung: Stammdaten, Abwesenheiten und Gehälter fließen ohne Export direkt in die Abrechnung, Behördenkommunikation läuft automatisch. Das Modul ist jung; Marktübersichten schätzen 10–18 €/MA/Monat zusätzlich zur Plattform.
Preis
auf Anfrage (~10–18 €)Pro abgerechnetem MA/Monat, monatlich kündbar — zusätzlich zur Personio-Plattform.
Zielgruppe
Personio-Kunden (KMU/Mittelstand), die den Steuerberater-Weg ersetzen wollen
Test/Gratis
14 Tage Test der Plattform
Bewertungen
keine verlässlichen Daten
Stärken
Einzige echte „HR + Payroll in einer Plattform"-Lösung deutscher Herkunft in dieser Klasse
Steuerberater + DATEV (Standard): 15–30 €/MA/Monat inkl. fachlicher Verantwortung. Die Kanzlei nutzt LODAS oder Lohn und Gehalt; das Unternehmen liefert Bewegungsdaten — idealerweise automatisch aus Dienstplan/Zeiterfassung.
Selbst abrechnen: Lexware lohn+gehalt (ab 28,90 €/Monat, Desktop) oder Lexware Office (~4,78 €/MA, Cloud) bzw. Sage Payroll (ab ~20 €/Monat). Spart Geld, verlagert aber Haftung und Termindruck ins Haus.
Auslagern: SD Worx übernimmt die komplette Payroll ab 5,99 €/MA/Monat plus Setup (ab ~3.000 €) — interessant ab mittlerer Größe; Personio Payroll integriert die Abrechnung direkt in die HR-Plattform (~10–18 €/MA geschätzt).
Was eine „DATEV-Schnittstelle" wirklich bedeutet
Wenn Dienstplan- oder Zeiterfassungs-Tools mit „DATEV-Schnittstelle" werben, heißt das fast nie, dass sie selbst abrechnen. Gemeint ist vorbereitende Lohnbuchhaltung: Das Tool exportiert Personalstammdaten und Bewegungsdaten (Ist-Stunden, Mehrarbeit, SFN-Zuschläge, Fehlzeiten) im LODAS- bzw. Lohn-und-Gehalt-Format — oder per Lohnimportdatenservice-API —, sodass die Kanzlei nichts manuell abtippen muss. Die eigentliche Abrechnung samt Haftung bleibt bei Steuerberater und DATEV. Für die Tool-Auswahl ist diese Schnittstelle oft wichtiger als jedes andere Feature.
Häufige Fragen zu Lohnabrechnungs-Software
Was kostet die Lohnabrechnung pro Mitarbeiter?
Beim Steuerberater 15–30 € netto pro Mitarbeiter und Monat (davon nur ~1,50–3 € reine DATEV-Softwarekosten). Selbstabrechnung mit Lexware Office kostet ~4,78 €/MA, mit Lexware lohn+gehalt ab 28,90 €/Monat pauschal. Payroll-Outsourcing bei SD Worx beginnt bei 5,99 €/MA plus einmaliger Implementierung ab ~3.000 €.
Warum nutzen fast alle Steuerberater DATEV?
DATEV ist eine Genossenschaft, deren Mitglieder die Steuerberater selbst sind — die Software wird für und mit den Kanzleien entwickelt. Über 90 % der Steuerberatungskanzleien arbeiten damit; monatlich entstehen über 14 Millionen Lohnabrechnungen auf DATEV-Basis. Buchhaltung, Jahresabschluss und Lohn laufen dort in einem Ökosystem zusammen.
Kann ich die Lohnabrechnung selbst machen?
Ja — mit GKV-zertifizierter Software wie Lexware lohn+gehalt oder Lexware Office ist das auch ohne Steuerberater zulässig und für einfache Lohnfälle (feste Gehälter, Minijobs) gut machbar. Die Verantwortung für korrekte SV-Meldungen und Lohnsteuer liegt dann aber im Unternehmen; bei Zuschlägen, Tarifen oder Baulohn empfiehlt sich professionelle Unterstützung.
Was ist der Unterschied zwischen DATEV LODAS und Lohn und Gehalt?
Beide sind DATEV-Lohnprogramme für Kanzleien: LODAS rechnet in der DATEV-Cloud, Lohn und Gehalt lokal in der Kanzlei. Funktional sind sie nahezu gleichwertig — die Wahl trifft die Kanzlei, nicht das Unternehmen. Für Betriebe relevant ist nur, dass ihre Zeiterfassung das passende Importformat liefert.
Methodik: Alle Anbieter wurden nach denselben fünf Kriterien
bewertet (Funktionsumfang, Bedienbarkeit, Preis-Leistung, Deutschland-Tauglichkeit, Support).
Preise sind Netto-Listenpreise mit Stand 23. Juni 2026.
Wie wir testen: So testen wir.